Stimmt, nicht einmal Petrus oder Paulus, von "Kirchenlehrern" wie Augustinus einmal ganz zu schweigen, wird bei den Katholiken eine dermaßen überragende Autorität zugestanden wie von den Evangelischen anscheinend Luther.
Ich verweise auch auf den "Reformationstag": Etwas Vergleichbares gibt es bei den Katholiken nicht: Einen Feiertag, an dem eine Tat eines Papstes, Kirchenlehrers oder Heiligen gefeiert würde, gibt es bei uns nicht. Dass Ihr Luthers Thesenanschlag (der historisch nicht einmal gesichert ist) mit einem eigenen Feiertag würdigt, zeigt doch die überragende Bedeutung Luthers bei Euch.
Auch Heilige sind ganz normale Menschen. Nur in der Polemik der Gegner wird die Heiligsprechung als eine Art Apotheose hingestellt.
Man betet auch nicht zu den Heiligen, sondern bittet sie um ihre Fürbitte. (Was ich zwar auch für fragwürdig und unnötig halte, aber das ist ein anderes Thema.)
Um ein paar Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin auch kein Freund der Heiligenverehrung und habe noch nie einen Heiligen um seine Fürsprache gebeten. Mich stört einerseits, dass Menschen nie sicher sein können, wie "heiligmäßig" ein Heiliger wirklich war, denn nur Gott kann in sein Herz blicken, andererseits, dass ich Fürsprecher für überflüssig halte, man sollte lieber direkt zu Gott beten bzw. ist Gott in seiner unfehlbaren Entscheidungsgewalt nicht von irgendwelchen Fürsprachen abhängig.
Mir geht es hier nur darum, ein paar Missverständnisse auszuräumen, die von Gegnern der katholischen Kirche (Denn es ist schon interessant, dass auch hier trotz meines mehrmaligen Verweises auf die Orthodoxen immer nur die katholische Kirche angegriffen wird, nie aber die orthodoxen Kirchen, bei denen die Heiligenverehrung noch viel schlimmere Auswüchse hat.) im Zuge des allseits beliebten Katholiken-Bashings gerne immer und immer wieder aufgewärmt werden (z. B. dass Heilige als Quasi-Götter verehrt würden).





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